Fachstelle für Prävention von sexualisierter Gewalt an Mädchen*, Jungen* und Kindern aller Geschlechter
Die Angebote von Strohhalm e.V. richten sich vorrangig an pädagogisches Fachpersonal. Sie umfassen Präventionsprogramme an Grundschulen und an Kindertagesstätten. Des Weiteren werden Fortbildungen, Beratungen und Elternabende angeboten. Die Themen umfassen Prävention von sexualisierter Gewalt an Kindern, kindliche Sexualität und sexuelle Übergriffe sowie institutionelle Schutzkonzepte.
SAVE THE DATE
wir feiern 35 Jahre Strohhalm e.V. !
Ein Jubiläum, das wir gerne mit ihnen teilen möchten:
Am 19. Juni 2026 laden wir sie herzlich zu einem Fachtag ein.
Titel des Fachtags:
„Vulva, Penis, Po & Co – kindliche Sexualität altersgerecht begleiten. Übergriffen vorbeugen.“
Die Anmeldung erfolgt bis zum 15.04.2026 über den Folgenden link :
https://form.jotform.com/260213061855046
Die Zu/Absagen erfolgt bis zum 20.04.2026
Wir freuen uns darauf, mit Ihnen/ Euch in einen fachlichen Austausch zu gehen und gemeinsam eine pädagogische Haltung für zukunftsfähige Begleitung von grenzachtender kindlicher Sexualität zu erarbeiten.
Sollten sich mehr Menschen anmelden, als Plätze zur Verfügung stehen, werden wir die Anmeldefrist ggf. verkürzen.
Die Räumlichkeiten sind barrierefrei. Sollte Gebärdenübersetzung gewünscht sein, bemühen wir uns selbstverständlich darum. Wir bitten um diesbezügliche Mitteilung.
Strohhalm e.V. versteht sich als feministisches, diskriminierungsbewusstes Projekt. Genauso wollen wir auch unseren Fachtag verstanden wissen und bemühen uns diesen so diskriminierungsarm wie möglich zu gestalten.
Tragen sie sich den Termin gern schon jetzt im Kalender ein.
Wir freuen uns sehr darauf, diesen besonderen Tag mit ihnen zu verbringen!
Mit herzlichen Grüßen
Euer Team von Strohhalm e.V.

Statement der Berliner Fachrunde zu Sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend zu
„Uuugh – falsches Spiel“
Als Fachstellen- und Beratungsverband gegen sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend sind wir auf das serious game „Uuugh – falsches Spiel“ aufmerksam geworden und teilen hiermit unser Entsetzten über dieses Angebot mit.
„Uuugh – falsches Spiel“ ist in seinen Inhalten nicht nur stark irritierend, sondern aus unserer Sicht als klar kinderschutzgefährdent einzustufen.
„Uuugh – falsches „Spiel ist ein Spiel für die digitale Lernanwendung, das explizit für die Prävention sexualisierter Gewalt gegen Kinder entwickelt wurde.
Es handelt sich nicht um ein gewöhnliches Spiel aus dem freien Markt, sondern um ein speziell entwickeltes Projekt, das vom Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) gefördert und unter der Leitung von Dr Ulrike Hoffmann am Universitätsklinikum Ulm entstanden ist. Insbesondere mahnen wir folgende Punkte an:
- Kein Kind sollte Täter*innenrollen lernen!
In „Uuugh – falsches Spiel“ geschieht aber genau dies.
Statt Kindern die Möglichkeit zu geben die Rolle des wehrhaften Kindes zu lernen, des sich abgrenzendes Kindes oder des Kindes, das sich Hilfe holen kann, lernen Kinder in „Uuugh – falsches Spiel“ die Rolle der tatverübenden Person.
Insbesondere im Hinblick darauf, dass ca. 1/3 aller Täter und Täter*innen von sexualisierter Gewalt junge Menschen zwischen 14 und 21 Jahren sind, halten wir diesen Ansatz für grob fahrlässig.
- Die Möglichkeit sich spielerisch mit den Tätern (derzeit in ausschließlich männlich* gelesener Form) zu identifizieren und Täter*innestrategien anzuwenden,kann die Hemmschwelle, dies auch im Reallife zu tun, deutlich absenken.
Auch sollen Kinder durch „Uuugh – falsches Spiel“ offenbar sensibilisiert werden „nicht zu einer pauschalen Stigmatisierung von potenziellen Tätern oder bestimmten Personengruppen beizutragen“.
Dies fördert die Empathie für Täter*innenverhalten und steht in völligem Gegensatz zu den präventiven Botschaften.
Unsere Erfahrung ist, dass viele Kinder, bedingt durch die gezielte Täter*innenstrategien ohnehin schon viel zu sehr in Schuldgefühlen verstrickt sind, was eine Offenlegung der sexualisierten Gewalt erschwert.
- Trotz gegenteiliger Eigendarstellung von „Uuugh – falsches Spiel“ , die eine Re-Traumatisierungsmöglichkeit von durch sexualisierte Gewalt Betroffene grundsätzlich ausschließt, sehen wir diese durch die Täter*innenzentrierte Darstellung deutlichst gegeben.
Die Täter*innenperspektive kann gerade für Kinder mit eigenen sexualisierten Gewalterfahrungen ein weiteres Mal bedeuten: ich bin nicht wichtig/ ich bin nur da für die Bedürfnisbefriedigung anderer.
Dieser Objektifizierungsgedanke kommt besonders deutlich zu Ausdruck, wenn die jugendlichen potenziellen Opfer zu „Zielen“ erklärt werden.
Es ist nicht nachvollziehbar, wie das Team um „Uuugh – falsches Spiel“ hier
eine Traumatisierung sicher ausschließen will.
- Das Spiel wird in seiner Darstellung mit „allgemein empfohlenen präventiven“ Stücken aus dem „Kindertheater“ verglichen.
Dies ist insofern fragwürdig, als das den Berliner Fachstellen kein einziges Grundschul-Kindertheaterstück bekannt ist, in dem sich die Kinder einzig und allein aus der Täter*innenperspektive heraus mit den Figuren des Stückes auseinandersetzen.
Gerade dies ist aber Herzstück des Konzeptes von „Uuugh – falsches Spiel“.
Zudem wird „Uuugh – falsches Spiel“ für Kinder ab 12 Jahren empfohlen und das ohne jegliche Einbeziehung und vorherige Schulung/ Sensibilisierung Schutzgebender, erwachsener Vertrauenspersonen.
Kinder im Grundschulalter stellen die am stärksten betroffene Risikogruppe im Kontext sexualisierter Gewalterfahrung.
Gerade vor dem Hintergrund des o.g. Re-Traumatisierungsrisikos, ist dies schlichtweg fahrlässig und Kindeswohlgefährdend.
- Der Umgang mit Täter*innenstrategien in „Uuugh – falsches Spiel“ ist insofern irritierend, als dass der Sinn von „Uuuugh – falsches Spiel“ gerade darin besteht, diese anzuwenden, um im Spielverlauf weiter zu kommen.
Die Spieler*innen lernen: Das Ausüben von grenzverletzenden und sexualisiert übergriffigen Verhaltensweisen führt zum Erfolg.
Die begleitenden, einordnenden Texte der „Erkläreule “ können leicht übersprungen und geskippt werden. So bleiben die Täter*innenstrategien ggf. teilweise unkommentiert stehen.
Die Rückmeldung von Kindern, die wir in unsere Auswertung mit einbezogen haben, fühlten sich alle sehr unwohl in der Spielsituation und haben es weder
als empowernd, noch als entlastend erlebt. Kein Kind wollte das Spiel „bis zum Ende“ spielen.
Neben der inhaltlichen Aufarbeitung und der sofortigen Offlinenehmung, fordern wir hiermit die vollständige Verantwortungsübernahme aller mitwirkenden Akteur*innen.
Mit freundlichen Grüßen
Die Träger der Spezialisierten Fachberatungsstellen in Berlin
Strohhalm e.V.
Wildwasser e.V.
HILFE-FÜR-JUNGS e.V.
Tauwetter e.V.
EJF gemeinnützige AG – Kind im Zentrum (KiZ)
Berlin im April 2026

Kita
Beratung
Hier können Sie mehr über die Beratungen für pädagogische Fachkräfte von Kindern im Alter von 0-13 Jahren erfahren.
Fortbildung
Hier können Sie mehr über Fortbildungen für Institutionen erfahren, die mit Kindern im Alter von 0-13 Jahren arbeiten.
Über uns
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